Montag, 26. Juni 2006

Luisa(13)

Mein Liebster rauchte wieder. Nicht, daß ich das als solches besonders schlimm fand (ich rauchte selbst die ganze Zeit wie ein Schlot), aber er hatte das Rauchen ostentativ vor einigen Monaten in meiner Gegenwart aufgegeben und in des Griechen Gegenwart jetzt wieder damit angefangen. Ein schlechtes Omen - wie ich damals fand......

"Mein Haus ist auch dein Haus und meines alten Vaters Erbschaft gehört zur Hälfte dir, weil du mein Bruder bist" .....und aus dem Mund meines Liebsten klang dieser Satz wie ein heiliges Mantra.

Der Grieche war auf Erfolgskurs. Seine Bilder fanden Anklang - sogar im Bundestag (damals bei rot/grün) - und sein Hobby, seine Musik, ward die Geliebte meines Liebsten.

Damals spannen sich Geschichten um ihn wie x-faltige Spinnennetze. Jedweden Mannes Frau/Freundin soll er vernascht haben und immer wieder dieser Spruch von ihm: "WAS SOLL ICH MACHEN?" Und ich sehe ihn vor mir während er das sagt: die Unterarme nach oben, die Hände ausgestreckt und entspannt, ein leichtes, nicht aufdringliches Schulterzucken dabei "was soll ich machen".......

Ich lernte den Griechen eher zufällig in Berlin kennen. Mein Liebster, der Grieche und ich saßen abends in einem Straßen-Cafe. Der Grieche trank einen Anis-Schnaps nach dem anderen, obwohl er ansonsten nicht trinkt. Und er wurde lustig - sehr lustig....

Sonntag, 25. Juni 2006

Pension(1)

Auf Frau Rosmarins Wink hin hier eine erste kleine (wahre) Story aus meiner vor einigen Wochen eröffneten Frühstückspension auf dem Land:

Frau und Herr Schw. aus Berlin haben sich für eine Woche bei mir eingebucht. Nachdem sie die ersten Tage viel im Ländle herum gefahren sind, verbringen sie mehr und mehr Zeit hier auf dem Hof. Ich bin nicht ganz unschuldig daran, da ich just in deren Zeit meinen Vorgarten von Brennesseln, Lianen und sonstigem Kraut befreit und zwei Tischlein mit Stühlen und Sonnenschirm aufgestellt habe. Für die Gäste!

Nun sieht der Tag von den Ehel. Schw. in etwa so aus: Zum Frühstück wenns geht ab 9.oo Uhr (bei Anreise waren sie noch preussisch-früh auf 7-8.oo Uhr gepolt) sitzen sie im Frühstücks-Cafe und erzählen, daß sie immer besser und immer länger schlafen und lassen es sich schmecken. Danach geht er (in kurzen Hosen/Socken/Sandalen - müßt ihr Männer uns das immer wieder antun???) spazieren und sie setzt sich mit ihrem Schlepptop in den Vorgarten. Danach sitzen beide im Vorgarten. Sie machen dann wohl eine Art Siesta und sitzen wieder im Vorgarten. Am späten Nachmittag fahren sie weg, nur um mit Einkäufen beladen eine halbe Stunde später wieder zu kommen und sich mit einem Fläschken Wein in den Vorgarten zu setzen ...;)

So ein Tagesablauf war auch an ihrem letzten Tag hier, langsam wurde es Abend. Ich saß in meinem Innenhof mit Lui und trank etwas Wein, die Gäste saßen im Vorgarten auf der anderen Seite des Hauses und tranken ebenfalls etwas Wein.

Es war schon dämmerig, als Herr Schw. zu mir gelaufen kam und verzweifelt rief: "Bitte kommen Sie schnell, bei uns im Vorgarten wird eine kleine Ente von Katzen angefallen" Ich also mit Taschenlampe und Lui in den Vorgarten, der leider auch noch viel Gesträuch hat und im Dunkeln weder ein Entchen noch irgendwelche Katzen gefunden. Ich sagte den recht aufgelösten Leutchen, daß es manchmal gut ist, den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen und zu akzeptieren, daß nicht Alles und Jedes "gerettet" werden kann. Als sie sich nun gar nicht beruhigen wollten versprach ich, gleich am frühen Morgen mit Lui alles abzusuchen und wünschte ansonsten eine gute Nacht.

Als ich am anderen Tag den Hund raus auf den Hof ließ hatte er gleich in der Holzscheune was angezeigt. Er tat das mit einem halblauten Belllaut, den er sonst noch nie benutzt hatte. Also wußte ich: da gibt es was!

Hinter an die Wand gestellte Balken mußte es sein, Lu versuchte förmlich sich ganz klein und spitz zu machen, um dorthin zu gelangen. Und tatsächlich - ich leuchtete mit der Lampe hinein - sah ich eine Art dunkles Fellchen. Frühsport: alle Balken wegheben und da war es: ein Laufenten-Küken - ganz eingeschüchert! Ich tat es in einen Eimer und ging hoch in die Pension, obwohl es noch sehr früh war, und klopfte an die Türe von Schw.!

Das war ein Juchuuu. Die freuten sich etwa, daß das Entchen nicht von Katzen gemeuchelt war, sondern nur etwas ärmlich ausschaute. Herr Schw. machte sogar ein Foto vom Eimer-Entchen.

Beim Frühstück erzählte ich, daß die Nachbar-Bäuerin ein Laufenten-Paar mit 10 (!) Küken hat und das Kleine sich wieder wohlbehalten in die Familie eingefügt hat.

Die Eheleute Schw. aus Berlin haben sehr schöne Zeilen ins Gästebuch geschrieben.

Luisa(12)

Was ich nicht vorhergesehen habe:
Der Grieche meldete sich nach Jahren bei meinem Geliebten mit einer Einladung auf dessen Land und dessen Haus in Griechenland, "was ja auch irgendwie das Haus meines Geliebten " sei. Mein Geliebter war darob sowas von "pleased", daß mir schwindelte. Keine andere Frau hätte diese furchtbaren Warnsirenen in mir auslösen können. Mit funkelnden Augen leitete er seine Griechenlandreise in die Wege und seine Euphorie tat mir weh wie Sonnenbrand auf der gesamten Hautoberfläche. "FLIEG NICHT ZU IHM" schrie es in mir, doch ich plante ruhig und überlegt mit meinem Geliebten die Reise und die Geschäfte, die für diese Zeit in meinen Händen liegen würden.

Samstag, 24. Juni 2006

Luisa(11)

ICH war sein Schmelztiegel!

Er konnte es zuerst gar nicht recht glauben, daß ich ihn - ausgerechnet ihn - haben wollte, und zwar nicht nur für ein "Gspusi", sondern ganz und gar mit Haut und Haar. Und ja: ich wollte ihn und ich nahm ihn mir!

Er sah mich als "spirituell" an ... sicher: ich kann manchmal in die Zukunft sehen... das ist so, seit ich denken und wahrnehmen kann ... und sicher: ich beeinflusse die Zukunft mit meinem freien Willen - schließlich ist sie nicht festbetoniert - aber deswegen gleich als spirituell gelten...? Doch diese "Spirit-Feder" schien ihm ein Schmuck zu sein, ich beließ es also dabei und sah uns beide miteinander alt werden.

Ich hatte meinen Geliebten ganz und gar für mich. Wie schön ist es, geliebt zu werden - die Einzige zu sein. Ich war seine Königin! Er gehörte nur mir mir mir!!! Es war herrlich.......

Mittwoch, 14. Juni 2006

als absolute Nichtfußballerin

fand ich das Spiel grad eben (Deutschland-Polen) sehr interessant anzuschauen - ja ich habs mir angeschaut - es war spannend zu sehen, wie sowas abläuft. Na ja, Frau Merkel hat ja auch geschaut und wer weiß, wer noch.....*diesmal sehr breit grins.......*

Dienstag, 13. Juni 2006

1964 ........

... war ich (ich oute mich jetzt mal total) ein neunjähriges Kind. Wir waren eine Frauenwirtschaft damals: Großmutter, Mutter, 2 Mädels und ein kleiner Bub (Vatter war unterwegs als Musiker, hatte Auftritte im "Tanz-Tee" oder im "Frankfurter Odeon") und dann kam es dahin, daß die Deutschen in die Endrunde gelangten. Großmutter kaufte Getränke und Knabberkram (das war eine wirklich groooße Ausnahme) und Mutter war seltsam erregt und dann ging es los:

DAS ENDSPIEL... es war grandios. Ich liebte diese deutsche Mannschaft... es war so schön, daß sie gewonnen haben und dieses große Gefühl, dazu zu gehören, dieses "Dazugehörigkeitsgefühl" war für mich damals sehr stark.

Montag, 12. Juni 2006

Luisa(10)

Nachdem mein Geliebter der Dame einen ebenso filmreifen wie ehrlichen Heiratsantrag gemacht und sie sehr unterkühlt reagiert hatte, schob sich eine dunkle Wolke in den Beziehungshimmel, doch die Beiden waren vorzügliche Meister der Verdrängung und konnten sich dadurch nicht mit dem langsam, aber unaufhaltsam herauf ziehenden Unwetter beschäftigen. Nun - er erfuhr es (wie Viele vor ihm schon und sicher noch Viele nach ihm) fast nebensächlich und einfach so daher gesagt durch eher Unbeteiligte: seine Dame, die er gedachte zu ehelichen, und der Bruder-Freund - der Grieche!

Zwei Welten brachen von ihm ab wie große Flanken eines Gebirges, die sich gelöst haben und stürzen...stürzen...stürzen - weg von ihm - herausgerissen aus seinem Herzen - Herzfelsen - Felsenherz - ja meines Geliebten Herz wurde zu einem Felsenherz.

Sonntag, 11. Juni 2006

bevor die deutsche Dame...

in "Luisa" womöglich noch einen Heiratsantrag bekommt will ich mal was von Frieda schreiben:

Hier in der am 25. Mai eröffneten Pension läuft es sehr gut! War bis Pfingsten voll belegt und alle waren zufrieden bis begeistert. Jetzt sind immernoch welche da bis Mittwoch. Es macht große Freude, mit den Leuten in Kontakt zu kommen und ihnen eine gute Zeit zu ermöglichen. Kinder waren auch schon dabei und ein Hund (Husky-Mischi).

Und: alle lieben Lui!

So z.B. morgens ein Gast nach dem Frühstück: "Ist Lui schon draußen auf dem Hof?- Nein?! - Darf er raus? Wir wollen noch Fotos machen..." ;)))

Freitag, 9. Juni 2006

Luisa(9)

Mein Geliebter hatte damals das Heiraten im Sinn: "eine Frau fürs Leben".......sie war sehr damenhaft - nicht ladylike, sondern wirklich damenhaft - und doch eine Frau zum "Pferdestehlen". Natürlich sind die immer nach Griechenland gefahren - auch für sehr lange Zeiten. Er hatte einen großen "Wohnbus" (größer als die heutigen gängigen Wohnmobile) und sie fuhren durch Griechenland, waren Gastarbeiter, machten Orangenernten und Tomatenanbau in den überaus häßlichen und damals wie Pilze aus dem Boden schießenden Plastik-Treibhäusern.

Er baute am Strand Musikinstrumente, er hobelte, verfeinerte und stimmte. Und dann wieder Stunden in den Plastiktreibhäusern, von den Spritzmitteln fielen ihm nach einigen Tagen schon alle Haare an den Armen ab. Abends tingelten sie durch die Tavernen (Tavernen würde man hier sagen) und er spielte auf einem Instrument seiner Bauweise auf. Sie sammelte "die Drachme".

Eines Tages waren sie zu einem "Cheffe" einer Plantage zum Frühstück eingeladen, was draußen vor dem Haus stattfand. Ein kleines Flugzeug kreiste über ihnen und dem hügeligen Gelände und sprühte Insektizid herunter. ÜBER ALLES - auch übers Frühstück!

"Gut" sagte der Plantagenbesitzer "für wenig Geld nicht nur auf den Feldern alles gut, sondern auch hier keine Mückenplage mehr für bestimmt 2-3 Monate".......


...aber ich schweife ab.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Menü

Luiling
Bilderalben:

twoday.net

Aktuelle Beiträge

und immer wieder!
und immer wieder!
rosmarin - 31. Dez, 20:06
denke so oft an dich!
denke so oft an dich!
rosmarin - 25. Dez, 20:53
irgendwie klar, dass...
irgendwie klar, dass sie schweigen.... und dennoch...
rosmarin - 11. Sep, 23:37
liebe frau lui, ich bin...
liebe frau lui, ich bin soviel unterwegs gerade (beruflich)...
rosmarin - 29. Jun, 11:30
...
...
rosmarin - 14. Jun, 13:29

Links

Suche

 

Status

Online seit 7402 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 31. Dez, 20:06

Credits


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren